Ein Märchen(-anfang) für den kleinen Leser.
Vor langer, langer Zeit in einem weit, weit entfernten Land passierte gar nichts. Und das so lange, bis die Zeit nur knapp vor heute war und das Land dank der Plattentektonik schon recht nah an hier herangekommen war. In diesem Land lebte die schönste Prinzessin, die jemals von Augen erblickt wurde. Und Augen erblickten sie nur kurz, denn die Prinzessin befahl ihren bereits geblendeten Gardisten jedermann, der sie ansah die Augen auszustechen, denn Augäpfel waren die Hauptzutat für ihr wundervolles Makeup.
Doch es kam, wie es kommen musste. Die Prinzessin starb, 75 Jahre nach dem sie geboren wurde, und faulte in ihrem Lustgarten vor sich hin, da es niemanden gab, der ihre Leiche erblicken hätte können.
Sie war der schönste Leichnam im Lande, und war bald bewohnt von Motti, der kleinen Made mit dem großen Herzen, von dem sie jeden Tag einen ordentlichen Bissen nahm.
Die Tage vergingen, und mit ihnen die Nächte, Motti wuchs und gedieh, bis eines Tages Erasmus, der kluge Aaskäfer ihr einen Besuch abstattete und sprach: ?Motti, lass uns das Glück suchen.? ?Aber Erasmus, kluger Freund, das Glück? Wie sollen wir so etwas Abstraktes wie das Glück den finden?? ?Ganz einfach, liebste Motti, das Glück ist eine rein hormonelle Angelegenheit, reine Chemie. Lass uns an einer Drüse knabbern, die das pure Glück ausströmt und uns daran berauschen.? ?Aber Erasmus, du reduzierst das Glück auf seine rein chemische Komponente? Was ist mit den ethischen Aspekten?? ?Aber Motti, du Mädchen*, dein Gehirn ist doch nicht ausgeprägt genug, um den Ethikbegriff zu fassen!? ?Oh, stimmt.? Und sie beschlossen, von der Glücksdrüse zu futtern.
* Vorsicht: Doppeldeutig!
Original source: http://erbsenkompost.wordpress.com/?p=37